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Romreise im Heiligen Jahr

Mädchenkantorei und Orgelklasse der HfKM auf musikalischer Begegnungsreise

Auf Einladung von Abtprimas Jeremias Schröder OSB reisten Studierende der Orgelklasse von Prof. Stefan Baier sowie die Mädchenkantorei der HfKM unter der Leitung von Eva-Maria Leeb zu einer fünftägigen musikalischen Exkursion nach Rom. Die Reise verband intensive künstlerische Arbeit, liturgische Gestaltung und wertvolle Einblicke in das geistliche und kulturelle Leben der Ewigen Stadt.

Ein zentraler Höhepunkt war die musikalische Mitwirkung in Sant’Anselmo, dem internationalen Benediktinerzentrum auf dem Aventin. Hier erhielten die Ensembles Probenmöglichkeiten und gestalteten ein Konzert, das sowohl klanglich als auch atmosphärisch einen bleibenden Eindruck hinterließ. Die Mädchenkantorei wurde dabei von ihrem Korrepetitor Moisés Santiesteban Pupo in gewohnt professioneller und einfühlsamer Weise am Klavier begleitet. Darüber hinaus wirkte die Gruppe im Gottesdienst der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima mit, ein weiterer Ort von großer historischer Bedeutung. Die Studierenden der Orgelklasse präsentierten dort zudem ein eigenes Orgelkonzert, das die Zuhörerinnen und Zuhörer mit begeistertem Applaus goutierten.

Neben ihren konzertanten Aufgaben nutzte die Orgelklasse die Reise, um Instrumente der Stadt zu erkunden. So besichtigten die Studierenden unter anderem die beeindruckende Orgel des Orgelbauers Bartolomeo Formentelli in der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri. Die sehr schöne klangliche Ästhetik der Orgel kam bei der Präsentation durch Maestro Francesco Saverio Colamarino bestens zur Geltung. Die Studentinnen und Studenten konnten im Anschluss das prächtige, mechanische Instrument (77 Registern) ausführlich bespielen, das anlässlich des Heiligen Jahres 2000 Papst Johannes Paul II. „von den Römern“ geschenkt wurde, wie es in der Beschreibung der Orgel heißt. Gepaart mit einer ausgezeichneten Akustik und eingebettet in eine wundervolle architektonische Umgebung hinterließ das Instrument bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck. Weitere Orgeln der römischen Kirchenlandschaft erlaubten wertvolle Einblicke in Klangästhetik, Baugeschichte und Interpretationspraxis.

Währenddessen wurde die Mädchenkantorei musikalisch und organisatorisch auch von den beiden Stimmbildnerinnen Annika Hartmann und Lucie Pec begleitet. Zusätzliche Stimmproben sowie zahlreiche Teamwork-Impulse stärkten den Zusammenhalt und die musikalische Entwicklung der Gruppe. Auch die übrigen Programmpunkte boten für die gesamte Gruppe zahlreiche kulturelle und historische Eindrücke. Eine Stadtführung führte die Gruppe zu den zentralen Orten des antiken Roms. Zudem besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Heiligen Pforten der vier Hauptkathedralen, deren Öffnung im Heiligen Jahr ein besonderes Ereignis von großer symbolischer Bedeutung darstellt.

Ein besonderer Akzent ergab sich aus einem Doppeljubiläum: Im Heiligen Jahr sowie anlässlich des 500. Geburtstags von Giovanni Pierluigi da Palestrina erarbeiteten die Mädchenkantorei und die Studierenden der HfKM gemeinsam das berühmte ‚Sicut cervus‘, welches anschließend sowohl im Gottesdienst als auch im Konzert präsentiert werden konnte. Für die Jugendlichen war dieses Miteinander eine besonders bereichernde Erfahrung: Sie profitierten unmittelbar von der musikalischen Routine, dem Wissen und der stimmlichen Sicherheit der Studierenden. Gleichzeitig brachten sie selbst frische Energie und ihren eigenen Klang ein. Auch die Studierenden gewannen wertvolle Einblicke in pädagogische und musikalische Anleitungssituationen. So entstand eine lebendige Form des Peer Learning, in der beide Gruppen voneinander lernen konnten.

Die Rom-Reise wurde so zu einem eindrücklichen Zeugnis dessen, wie musikalische Bildung, Gemeinschaft und kulturelle Erfahrung ineinandergreifen können. Sie hinterlässt nachhaltige Eindrücke und inspiriert die Beteiligten weit über die Tage in Rom hinaus.

Ein herzlicher Dank gilt allen Sponsorinnen und Unterstützern, die diese Reise ermöglicht und die musikalische Arbeit der Mädchenkantorei und der Studierenden auf vielfältige Weise gefördert haben.

Eva-Maria Leeb und Prof. Stefan Baier

Hochschule Katholische Kirchenmusik & Musikpädagogik