Tradition trifft Gegenwart

HfKM Innenhof

Die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg (HfKM) zählt zu den führenden Ausbildungsstätten für Kirchenmusik weltweit. Mit der Erhebung zur Hochschule hat die HfKM das pädagogische Profil geschärft und beansprucht mittlerweile einen wichtigen Platz im Reigen der bayerischen Musikhochschulen. Studierende aus über einem Dutzend Ländern finden hier hervorragende Voraussetzungen für ein künstlerisch und pädagogisch anspruchsvolles Studium vor: Ziel ist die Ausbildung von verantwortungsbewussten Persönlichkeiten, die nicht nur musikalisch hervorragend qualifiziert sind, sondern auch durch ihr menschliches Vorbild zum Zusammenhalt der Gesellschaft in Kirche und Staat beitragen.

Die Regensburger Musikhochschule basiert heute auf vier Säulen: traditionell die Kirchenmusikausbildung, die gymnasiale Schulmusikausbildung in Kooperation mit der Universität, die Ausbildung als Instrumental- bzw. Gesangspädagoginnen- und -pädagogen und die Jungstudierenden im instrumentalen und chorischen (Mädchenkantorei) Bereich sowie im Bereich der musikalischen Früherziehung (EMP).

Die Ausbildung von Kirchenmusikerinnen und -musiker sowie Musikpädagoginnen und -pädagogen, die in sich wandelnden kirchlichen und gesellschaftlichen Strukturen Verantwortung übernehmen, ist für die HfKM von herausragender Bedeutung. Als einzige Musikhochschule im ostbayerischen Raum ist die HfKM für die Förderung des musikalischen Nachwuchses unverzichtbar. Die enge Verbindung von Studium und Leben, die spirituelle Verankerung im Hochschulalltag sowie die internationale Offenheit der Hochschule schaffen hierfür besondere Voraussetzungen.

In der Landschaft der Musikhochschulen hat sich die HfKM mit ihrer besonderen kirchlich-staatlichen Struktur erfolgreich positioniert. Grundlage dafür sind die Anforderungen der Apostolischen Konstitution Veritatis Gaudium sowie die Vorgaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, Bildung und Kultus, mit welchen Gleichwertigkeit (nicht Gleichartigkeit) angestrebt wird. Aufbau und Struktur der HfKM, das Portfolio der angebotenen Studiengänge und die damit einhergehenden Anforderungen sowie ihre Relation zum kirchlichen Träger sind in der Grundordnung sowie in den Studien- und Prüfungsordnungen klar geregelt. Gerade diese einerseits kirchliche und andererseits staatliche Struktur unterstreicht die Bedeutung dieser Institution. Ein universaler Fokus auf unterschiedlichste Bildungsbelange im Bereich der Musikpädagogik und der Kirchenmusik ist eine Folge und gleichzeitig ein Gewinn, der erreicht wird. Ferner wird dadurch ebenso die ganzheitliche Förderung der Studierenden begünstigt, die unterschiedliche gesellschaftliche Strukturen miteinbezieht und damit den Absolventinnen und Absolventen nach der Ausbildung Tätigkeiten in verschiedensten musikalischen Bereichen ermöglicht, in welchen diese ihre Erfahrungen einerseits weitergeben, andererseits sich noch weiter spezialisieren können.

Der Ursprung der HfKM reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Am 22. November 1874 wurde die Kirchenmusikschule Regensburg durch Franz Xaver Haberl gegründet – als weltweit erste katholische Kirchenmusikschule. Rasch entwickelte sie über den deutschen Sprachraum hinaus internationale Bedeutung. 1909 wurde sie durch Bischof Antonius von Henle als kirchliche Stiftung übernommen und ein Jahr später durch Prinzregent Luitpold staatlich („Stiftung öffentlichen Rechts“) anerkannt.

Mit der dauerhaften Affiliatio an das Pontificio Istituto di Musica Sacra in Rom im Jahr 1962 sowie der Umwandlung zur staatlich anerkannten Fachakademie (für katholische Kirchenmusik und Musikerziehung) 1973 setzte die Institution weitere entscheidende Entwicklungsschritte.

Im Jahr 2001 erfolgte schließlich die Hochschulgründung: Am 15. November unterzeichnete Bischof Manfred Müller das Dekret zur Errichtung der „Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg“ in Trägerschaft der “Stiftung Kirchenmusikschule Regensburg” – abgestimmt mit der Bayerischen und der Deutschen Bischofskonferenz sowie der römischen Kongregation für das katholische Bildungswesen. Am 22. November desselben Jahres wurde die Hochschulerhebung gefeiert.

Die Jahre danach waren geprägt von stetiger Weiterentwicklung: 2008 wurde die Generalsanierung der Gebäude abgeschlossen, verbunden mit der Einführung der europäischen Studienstruktur (Bachelor/Master).

Im Jahr 2024 feierte die HfKM ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum und blickt auf eine lange Geschichte zurück, die sich durch viele Entwicklungen auszeichnet. Diese sind mitverantwortlich, dass sich 38 Studiengänge (16 Bachelor/22 Master), Möglichkeiten für ein Jungstudium sowie Gaststudium und nationale und internationale Kooperationen etablieren konnten.

Doch die Zeit der Innovationen ist keineswegs abgeschlossen. Auch in künftiger Zeit wird sich die HfKM am Zahn der Zeit weiterentwickeln und ihren Beitrag für die Belange der Kirchenmusik und Musikpädagogik leisten.

Heute blickt die HfKM Regensburg auf eine über 150-jährige Geschichte zurück – geprägt von künstlerisch hochqualitativer und auf das spätere Tätigkeitsfeld ausgerichteter Ausbildung, internationaler Ausstrahlung und einem zukunftsgerichteten Bildungsauftrag, der Tradition und Erneuerung in einzigartiger Weise verbindet.

Max Gutsmiedl, Prof. Franz Josef Stoiber und Prof. Markus Rupprecht

f mit Notenlinien
Hochschule Katholische Kirchenmusik & Musikpädagogik
Musik ist höhere
Offenbarung als
alle Weisheit und
Philosophie.
Ludwig van Beethoven